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Team Höhenvorbereitung aus Minden Team Höhenvorbereitung aus Minden

Team Höhenvorbereitung aus Minden

Selbsterfahrung am Kilimanjaro und der Genuß einer 7-tägigen Safari

Angefangen hat alles mit der spontanen Idee gleich Anfang des Jahres ein Highlight zu setzen. Am besten noch dazu eines, welches das berufliche und private Interesse vereint. Eigentlich lieber individuell unterwegs, wie z.B. damals bei der Besteigung des Mount Sangai und Chimborazo in Ecuador, kam mir hier mein „Kundenklassiker“, der Kilimanjaro, immer tiefer in den Sinn. Und ja, warum nicht mal sich einfach dem hingeben, was andere für einen organisieren…und nicht zuletzt auch künftige Kilimanjaro-Kunden durch eigene Erfahrungen besser beraten können, das hat sich in meinem Kopf festgesetzt!

Kaum meiner Freundin davon erzählt und sie mit einer einwöchigen an die Bergtour anschließenden Safari gelockt und letztlich überzeugt, haben sich auch ganz spontan noch zwei Freunde aus der Nachbarschaft angeschlossen. Allesamt hatten, bis auf meine Wenigkeit, bisher nicht mal im Ansatz Berührungspunkte mit Höhentrekking gehabt. Also ein perfektes „Probandenklientel“ :-)

So begann in den folgenden Wochen die Aufrüstung mit der Ausrüstung und, Gott sei Dank noch rechtzeitig die Hingabe zu meinem Vortrag „Dünne Luft und große Höhen“ im kleinen Rahmen. Denn hierbei stellte sich gleich heraus, das Nils (48J.) seit 10 Jahren Beta-Blocker gegen Bluthochdruck einnimmt, was in der Höhe absolut nicht funktioniert. Seine Frau Beate kommt mir plötzlich mit einer Anämie und hat Anfang Januar ein Hb-Wert von 8,8, was ebenfalls in der Höhe nicht zum Erfolg führen würde! Wie war das mit dem perfekten Probandenklientel?? Mmmmh, alles kein großes Hinderniss! Nils Medikation wurde vom Hausarzt weg von den Beta-Blockern umgestellt und letztlich problemlos vertragen. Beate bekam mehrere Eisenspritzen und rechtzeitig einen Höhengenerator, um schon mal mit Passivatmungen von ca. 1 Stunde alle 2-3 Tage die Blutneubildung in Kombination mit dem Eisen besser zu stimulieren. Ich begann ebenfalls rechtzeitig mit den Passivatmungen, da ich Anfang Januar nochmal mit Blut spenden dran war und dachte, lieber frisch aufgefülltes Hämoglobin mit an den Berg zu nehmen. Mein Hb-Wert lag Mitte Januar damit bei 14,2 (vor dem Blutspenden!). Warum ich das hier beschreibe hat folgenden Hintergrund: Mit den knapp 3 Wochen Passivatmung und den zuletzt 12 Tagen im Höhenzelt hatten wir einige Tage vor Abflug bei der Blutkontrolle ein Hämoglobin-Wert von 16,2 bei Beate und sogar 16,8 in meinem Fall. Wenn das mal nicht die Wirkung eines Höhentrainings bestätigt!!

Gut gerüstet und bester Dinge ging es dann in den Flieger und unsere Tour entlang der Coca Cola – Route startet am übernächsten Morgen. Wir bezeichnen es als „meditatives Wandern“ und genießen jede Minute ohne Kopfschmerzen, schlafen nachts wunderbar und sind tagsüber fit. Im Vergleich zum Zelttrekking ist auf dieser Route erstaunlich wenig los, ca. 80% vom Tag sind wir tatsächlich, auch entgegen unserer eigenen Erwartungen, völlig alleine unterwegs und genießen so die Tour und den hervorragenden Service unserer Guides, Träger und Köche, welche sich hervorragend um uns kümmerten.

Frei von Symptomen der Höhenkrankheiten kommen wir am 4.Tag an der Kibo Hütte auf 4700m an und unternehmen gleich nach einer Tasse Kaffee noch einen kleinen Anpassungsmarsch von ca. 200 Höhenmetern Richtung Gipfel. Nun noch etwas Ruhen in der Hütte, wo wir diesmal das Zimmer erstmals mit anderen teilen müssen… Um kurz nach 23Uhr werden wir bereits geweckt, um etwas kleines zu frühstücken und startklar für den Gipfelangriff zu werden. Mit erstmals etwas unentspannter wirkenden Guides ging es los. Vom bisher „pole pole“, was langsam langsam bedeutet, sollte es gerade bei der letzten Etappe etwas schneller sein, was aufgrund des frühen Aufbruchs nicht weiter verständlich war. Aber was soll‘s, wir laufen wie gewohnt unseren „Trott“ und arbeiten uns Höhenmeter für Höhenmeter voran… Bis jetzt klingt alles wie ein Traum, und der Gipfel rückt langsam aber sicher näher. Sicher!? Naja, manchmal sieht die Realität auch spontan etwas anders aus. Nils fühlt sich bei plötzlich auftretendem Druck auf der Brust mit seiner kardialen Vorgeschichte verständlicherweise etwas unwohl, doch er versucht es noch einige Höhenmeter, entscheidet aber bald und bestimmend, das es für ihn genug ist, da er diesen Druck aus der Vergangenheit nicht kennt und ihm unheimlich wurde. Mit dem Motto „der Weg ist das Ziel“ waren die körperlichen Grenzen (meiner Vermutung nach war der Puls durch die fehlende Beta-Blocker Medikation erstmals wieder so hoch wie seit 10 Jahren nicht mehr!?) schnell akzeptiert und es ging wieder zurück zur Hütte.

Bereits beim hinunter marschieren war er wieder völlig symptomfrei. Bei mir persönlich war hingegen eher das Ziel das Ziel, aber irgendwie sollte es auch mir nicht vergönnt sein. Vielleicht war doch der Druck zu groß, es als Chef meiner Firma auf jeden Fall schaffen zu müssen!? Mittlerweile hatte ich jedenfalls den zweiten Schweißausbruch von den Füßen bis zum Kopf, welche ich wohl dem Fieber zuschreiben musste, welches mich bereits die letzten beiden Tage beim zu Bett gehen eingeholt hatte. Der Nachteil beim Verreisen in der Erkältungszeit Februar… Zudem kam ein riesen Fehler hinzu, vor welchem ich andere u.a. bei meinem Vortrag immer warne: Probiere nie am Berg etwas aus, was Du nicht von zu Hause kennst! Und ich habe diese Regel selbst gebrochen, mit der erstmaligen Einnahme von Kohlenhydratgel kurz vor dem Abmarsch. Das Zeug hat grausig geschmeckt und mir ziemlich bald angefangen so stark den Mund auszutrocknen, dass ich trotz massig Bonbons und Wasser keine Chance hatte, dies in den Griff zu bekommen. Irgendwie überkam mich mehr und mehr das Gefühl, das die Maschine heute Nacht nicht richtig ins Laufen kommen will, und so entschied ich bei klarem Bewusstsein, mit Nils gemeinsam umzudrehen. Fieber, ein trockener Rachen und große körperliche Anstrengung, das verträgt sich nicht! Das i-Tüpfelchen des Urlaubes zu verpassen, das hat mich lange geärgert! Aber lieber einmal gesund abbrechen als zu viel riskieren und überfordert hinuntergetragen werden, wie später bei manch anderem an diesem Berg beobachtet! Ja, und rein organisatorisch gibt es ja auch keine zweite Chance am Kilimanjaro.Wo alles geplant und organisiert ist, setzt man alles auf eine Karte, es existiert kein Reservetag oder ähnliches, vielmehr hat man nun zwei Tage übrig, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren! Aber wie zu Beginn beschrieben, wollte ich es ja genau so mal ausprobieren, insofern wiederum also kein Grund zur Beschwerde! Dann halt doch wieder nach Süd-Amerika und selber schleppen… :-)

Aufbauend schön hingegen, dass die beiden „Mädels“ Meter für Meter ihre bisher höchste Höhe von ca. 2500m mit jedem Schritt aufs Neue toppten und munter weitermarschierten, die Sache zu Ende brachten! Sie standen bei Sonnenaufgang am 5895m hohen Dach Afrikas und nehmen diese Erinnerung mit auf den Rückweg! Wir empfingen sie an der Kibo Hütte voller Stolz und Freude!!

Das die folgende 7-Tage Safari in den Nationalparks Lake Manyara, Serengeti, Ngorongoro Krater und Tarangire einfach fantastisch waren, brauche ich wahrscheinlich nicht weiter zu erwähnen :-)

Wenn Sie noch Näheres zu unserer Tour erfahren wollen oder Fragen für Ihre Reise haben, sprechen Sie mich gerne an! → Kontakt

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